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URSACHEN VON SEHSCHÄDIGUNG

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Es gibt verschiedene Ursachen, die eine Sehbeeinträchtigung hervorrufen. Unfälle in der Freizeit oder bei der Arbeit können zur dauerhaften Sehschädigung führen. Dann gibt es eine Reihe weiterer Ursachen für Sehbeeinträchtigungen:

Allgemein reduzierte Sehschärfe
Bei einer reduzierten Sehschärfe entsteht auf der Netzhaut kein deutliches Bild. Das wirkt sich auf das erkennende Sehen aus (Was-System), das ein gutes „Detailsehen“ verlangt. Darin eingeschlossen sind Tätigkeiten im Nahbereich und das Erkennen von Gesichtern. Die reduzierte Sehschärfe kann auch die Orientierung beeinträchtigen (Wo-System). Die häufigste Ursache ist die Trübung der Linse (Katarakt). Eine allgemein reduzierte Sehschärfe kann auch die Folge einer Hornhaut- oder Glaskörpertrübung, einer Netzhauterkrankung oder einer nicht korrigierten Fehlsichtigkeit sein.

Zentraler Gesichtsfeld-Ausfall
Hierbei fällt das zentrale Sehen („Was-System“) teilweise oder vollständig aus. Da nur das Zentrum der Netzhaut eine genügend hohe Auflösung erreicht, wirkt sich ein Ausfall an dieser Stelle besonders gravierend auf Beschäftigungen aus, bei denen Einzelheiten erkannt werden müssen. Mögliche Ursachen dieser Sehbehinderung sind verschiedene Formen der Makula-Degeneration, von genetisch- und altersbedingten bis hin zu solchen, die durch Krankheiten oder Vergiftungen entstanden sind.

Röhren- oder Tunnelsehen (konzentrische Gesichtsfeldeinschränkung)
Diese Schädigung beginnt zuerst mit Ausfällen in der Peripherie des Gesichtsfeldes, die sich von dort zur Mitte hin fortsetzen. Das Gesichtfeld wird zunehmend kleiner, die betroffene Person verliert den Gesamtüberblick und kann sich immer schlechter orientieren („Wo-System“). Erst sehr spät oder gar nicht, erkennt sie Hindernisse die im Weg stehen, Menschen die ihr zuwinken, Gegenstände die herumliegen oder Fahrzeuge die sich nähern. Nicht sofort beeinträchtigt ist hingegen das zentrale Sehvermögen. Noch relativ lange kann die betroffene Person Details erkennen und auch noch lesen.

Zerebrale Sehschädigung
Bei zerebralen Sehschädigungen behindern Veränderungen im Gehirn, dass visuelle Reize weitergeleitet und verarbeitet werden. Mögliche Ursachen einer Hirnschädigung sind Unfälle in der Freizeit oder bei der Arbeit oder sie können auch krankheitsbedingt sein. Menschen mit zerebralen Sehschädigungen können trotz gesunden Augen komplexe Abbildungen nicht erkennen. Sie finden sich in einer visuell anspruchsvollen Umgebung kaum selbständig zurecht, da es ihnen nicht gelingt, die verschiedenen Eindrücke zu einem Bild zusammenzufügen. Das eigentliche Sehen, d.h. die Verarbeitung von Sinneseindrücken zu sinnvollen Bildeindrücken, erfolgt im Hirn und nicht im Auge. Somit kann jemand gesunde Augen haben und trotzdem sehgeschädigt sein.

Der graue Star (Katarakt)
Der graue Star ist eine der häufigsten Augenerkrankungen im Alter. Bei Usher-Syndrom Betroffenen kann der graue Star bereits im jungen Erwachsenenalter vorkommen. Es handelt sich um eine Eintrübung der Augenlinse. Betroffene sehen die Welt wie durch einen grauen Schleier und leiden unter erhöhter Blendempfindlichkeit. Farben werden blasser, Kontraste schwächer wahrgenommen. Einzige Behandlungsmöglichkeit ist die sogenannte Staroperation. Die trübe Linse wird durch eine Kunstlinse ersetzt. Diese Routineoperation führt – vorausgesetzt, es sind keine weiteren Augenkrankheiten vorhanden – meist zur völligen Wiederherstellung des Sehvermögens.

Der grüne Star (Glaukom)
Eine chronische Augeninnendruckerhöhung bezeichnet man als grünen Star. Dadurch wird die Durchblutung des Sehnervs behindert, was zu einem Sehnervenzerfall führt. Etwa 5% aller über Fünfzigjährigen leiden an dieser Krankheit! Anfangs kann man keine Symptome wahrnehmen. Über Jahre hinweg, kann die Krankheit aber ohne Behandlung zur vollständigen Erblindung führen. Ab dem 40. Altersjahr empfiehlt sich alle zwei Jahre eine Kontrolle des Augeninnendrucks. Frühzeitig erkannt, kann die Krankheit behandelt und aufgehalten werden.

Netzhautablösung (Amotio oder Ablatio)
Ursachen für eine Netzhautablösung kann eine äussere Einwirkung oder ist eine altersbedingte sog. Glaskörperabhebung sein. Dadurch kann ein Loch in der Netzhaut entstehen, so dass Flüssigkeit hinter die Netzhaut fliesst und diese von ihrer Unterlage abhebt. Betroffene sehen dabei typische Phänomene wie Mücken, Blitze, Russregen oder einen schwarzen Vorhang. Wird ein Netzhautloch rechtzeitig erkannt, können die Lochränder mittels schmerzfreier Laser-Behandlung wieder mit der Unterlage verschweisst werden. Eine Netzhautoperation wird notwendig, wenn es bereits zur Netzhautablösung gekommen ist.

Makula-Degeneration
Diese Erkrankung ist die Ursache von zwei Drittel aller Sehbehinderungen im Alter. Betroffene nehmen den zentralen Gesichtsfeldausfall nicht wahr und sagen: „Immer dort, wo ich hinblicke, sehe ich nichts!“
Es handelt sich um eine Degeneration der Makula, dem Ort des deutlichsten Sehens auf der Netzhaut. Dadurch wird das Tagessehen sehr beeinträchtigt und Betroffene können nicht mehr fixieren, Personen auf der Strasse nicht mehr erkennen oder nur noch grosse Schriften lesen. Die Erkrankung bleibt auf die Makula beschränkt, die betroffene Person wird also nie erblinden, kann aber hochgradig sehbehindert werden.

Usher-Syndrom
Die meistverbreitete Sehbeeinträchtigung unter Hörbehinderten ist das sogenannte Usher-Syndrom. Das Usher-Syndrom ist in der Schweiz die häufigste Ursache für eine Hörsehbehinderung. Etwa 6-10% der hörgeschädigten Menschen sind davon betroffen. Das Usher-Syndrom ist eine vererbbare Erkrankung, bei der eine Hörbehinderung, zusammen mit einem fortschreitenden Sehverlust, bedingt durch Retinitis pigmentosa (RP), auftritt. Die Hörbehinderung ist von Geburt an gravierend und bleibt im Verlaufe des Lebens meistens unverändert. Das Sehvermögen nimmt aber laufend ab und wird für die betroffene Person immer einschneidender und führt schliesslich zu einer starken Hörsehbehinderung oder Taubblindheit. Die Betroffenen wissen oft nicht, dass sie RP haben, bis sie junge Erwachsene sind.

Man unterscheidet drei Formen von Usher-Syndromen:

Usher-Syndrom Typ I
Diese Menschen sind bei der Geburt gehörlos oder stark hörbehindert, die Gesichtsfeldeinschränkung und Nachtblindheit lässt sich bereits in früher Kindheit beobachten und der Gleichgewichtssinn ist gestört.

   
Usher-Syndrom Typ II
Diese Menschen sind von Geburt an schwerhörig (typische Innenohrschwerhörigkeit mit Ausfällen im Bereich der hohen Töne), ihr Gleichgewichtssinn ist normal und die ersten Anzeichen der RP zeichnen sich im frühen Erwachsenalter ab. Die Hörbehinderung verändert sich in der Regel nicht.
   
Usher-Syndrom Typ III
Schwerhörigkeit und RP treten erst im frühen Erwachsenenalter auf und sind fortschreitend. Diese Form ist äusserst selten und bisher nur in wenigen Familien in Finnland und Grossbritannien nachgewiesen worden.

Vier Symptome sind für das Usher-Syndrom charakteristisch:

Gesichtfeldeinschränkung (Röhrenblick, Tunnelsehen)
Blendempfindlichkeit
Nachtblindheit
Gleichgewichtsstörungen (nur bei Typ I)

 
     
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  Letzte Aktualisierung 14.05.2012  l  © Copyright by LKH-Schweiz 2007