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WIE SPRECHE ICH ÜBER DIE HÖRSEHBEHINDERUNG?

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„Eine gehörlose Person sieht die Nachbarin freundlich zulächeln, eine blinde Person hört die Nachbarin guten Tag sagen. Eine taubblinde Person merkt kaum, dass die Nachbarin vor ihr steht.“

Klären Sie Mitmenschen in ihrer Umgebung möglichst frühzeitig über Ihre doppelte Sinnesbehinderung auf, sei es bei der Arbeit, in der Freizeit oder in ihrem Privatbereich. Besonders dann, wenn Sie (noch) nicht einer starken Hörsehbehinderung ausgesetzt sind. In der Regel sieht man einer betroffenen Person die doppelte Behinderung nicht an. Aussenstehenden fällt vielleicht nur eine gewisse Tollpatschigkeit auf. Klare Informationen schaffen Verständnis für Ihre spezielle Situation und das gibt Ihnen die Gewissheit, dass Sie auf Unterstützung zurückgreifen können, wenn Sie Hilfe benötigen. Nichtbehinderte helfen gerne, wenn sie über den erschwerten und aufwendigen Alltag Bescheid wissen.

Erkundigen Sie sich bei anderen betroffenen Personen, welche technischen Hilfsmittel sie nutzen oder wie sie mit ihrer Hörsehbehinderung umgehen und vor allem, wenden Sie sich an eine Beratungsstelle für Hörsehbehinderung bevor Sie an Ihre Grenzen stossen.

Aussage eines betroffenen Mann:
„Ich ahnte schon als Kind, dass mit meiner Sehfähigkeit etwas nicht stimmt. Aber erst im Dezember 1992, im Alter von 22 Jahren, hörte ich die Diagnose das erste Mal. An mein Leben mit einem weiten Gesichtsfeld kann ich mich nicht erinnern. Ich weiss nur, dass mir die Mobilität früher viel leichter gefallen ist. Heute gehört es zu meinem Alltag, dass ich über Dinge stolpere, die am Boden, ausserhalb meines Gesichtsfeldes liegen. Ich vergleiche die Veränderung meiner Sehkraft mit dem Wachsen eines Babys - wenn man es täglich sieht, kann man den Unterschied kaum erkennen. Wie stark sich meine Augen verschlechtert haben, realisierte ich, als ich vor Jahren wieder einmal die Kyburg besuchte. Ich war schon als Kind einmal dort. Damals ist mir der Raum recht hell erschienen, beim zweiten Besuch als junger Erwachsener war alles extrem dunkel.
Angst und Hoffnung. Das Sehen ist für gehörlose Menschen besonders wichtig, weil das Auge das Gehör kompensiert. Deshalb ist für die meisten Gehörlosen die Vorstellung einer Erblindung besonders furchtbar. Mir erging es früher ebenso, heute denke ich differenzierter. Ich weiss nicht, wie ich damit umgehen werde, wenn ich einmal ganz blind sein sollte. Vielleicht wird es eine schwierige Phase geben. Ob ich es schnell verarbeite oder nicht, steht in den Sternen. Manchmal habe ich Angst, dann wieder denke ich, es werde schon irgendwie gehen. Das Zentrale ist für mich, im Augenblick Zu leben und jeden Tag zu geniessen. Mein Leben ist schön!“

 
     
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  Letzte Aktualisierung 14.05.2012  l  © Copyright by LKH-Schweiz 2007