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SEHEN UND HÖREN - EIN ZUSAMMENSPIEL

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Die beiden Sinne Hören und Sehen sind optimal aufeinander eingespielt und ergänzen sich bestens, ohne dass man sich dessen immer bewusst ist. Normal hörende und sehende Menschen kompensieren fehlende Sinneseindrücke mehrmals täglich, ohne sich dessen bewusst zu sein. Um Situationen richtig einschätzen zu können oder Informationen vollständig zu erhalten, wird - sobald es irgendwo etwas lauter ist - automatisch der Sehsinn stärker eingesetzt. Umgekehrt werden aber auch sofort „die Ohren gespitzt“, wenn die Lichtverhältnisse nicht optimal sind. Die Möglichkeit einen Sinn mit dem anderen zu kompensieren wird also automatisch und unbewusst eingesetzt.

Wie kompensieren Menschen mit einer Sinnesbehinderung?
Kompensieren ist zentral für Menschen mit einer Sehbehinderung, sie werden zu „Ohrenmenschen“. sie benutzen Hörbücher statt gedruckte Bücher, Radio statt TV, Telefon statt Mail und SMS. Kommt die Stimme von rechts, links, von unten oder oben? Spricht eine Frau oder ein Mann, ruhig oder alarmiert? Mit den Ohren wird die Situation auch ohne aussagekräftigen Gesichtsausdruck interpretiert und die Bedeutung einer Information richtig eingestuft.

Kompensieren ist ebenso wichtig für Menschen die wenig hören: Sie werden zu „Augenmenschen“, Filme werden mit Untertiteln geschaut, Zeitung und Internet wird statt Radio, Mail und SMS statt Telefon genutzt. Sie schauen sich an beim Sprechen statt nebeneinander zu gehen.

Wenn nun zu einer Hörbehinderung noch eine Sehbeeinträchtigung dazu kommt, entfällt die wichtige Möglichkeit, das fehlende Hören mit dem Sehsinn ein Stück weit zu kompensieren und somit entsteht ein klarer Unterschied zu den Menschen die nur mit der Nutzung von einem Sinn Schwierigkeiten haben. Es wird verständlich, dass für die doppelte Sinnesbehinderung genau dieser Punkt zum Problem wird. Die Mobilität und Orientierung werden erschwert. Die Kommunikation ist eingeschränkt und der Zugang zu Informationen ist beschränkt und oft unvollständig. Eine doppelte Sinnesbehinderung ist also mehr als Hörbehinderung plus Sehbehinderung, es entstehen aus der Unmöglichkeit zu kompensieren zusätzliche Erschwernisse. Ebenso fehlen Hilfsmittel für ganz viele Sachen, denn auch diese bauen sehr oft auf dem Kompensationsprinzip auf: (Uhren und Backofen sprechen, Türklingel und Wecker blitzen,...)

 
     
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  Letzte Aktualisierung 14.05.2012  l  © Copyright by LKH-Schweiz 2007