
Anna Bernardi,
Vertreterin des Tessins
im Vorstand seit 2011
E-Mail: anna.bernardi@lkh.ch
Persönliche Kurzvorstellung
Ich wurde 1984 in Mendrisio (TI) als hörendes Kind geboren. Als ich zwei Jahre alt war, verlor ich das Gehör durch eine Hirnhautentzündung (Meningitis). Mein Hörverlust war zuerst ein grosser Schock für meine Eltern. Jedoch verloren sie keine Zeit und kontaktierten sogleich eine Hörgeschädigtenpädagogin, Suor Luigia Proserpi. Sie und meine Eltern beschlossen, dass ich die Lautsprache lernen solle, trotz meiner Gehörlosigkeit. Besser gesagt : sie wollten mich zur Selbständigkeit erziehen, damit ich später nicht in Abhängigkeit von anderen leben musste.
Im Juni 1991 bekam ich mein erstes Cochlea Implantat (CI) am linken Ohr. Die Operation am Universitätsspital Zürich verlief erfolgreich und im September begann ich mein erstes Schuljahr in der Klasse mit hörenden Kindern. Ich besuchte problemlos die Regelschule und die positiven Schulergebnissen haben mir ermöglicht, das Gymnasium und anschliessend die Universität zu absolvieren. Im Dezember 2010 habe ich die Accademia di architettura di Mendrisio (Università della Svizzera Italiana) abgeschlossen. Während meines Studiums arbeitete ich als Praktikantin in zwei Architekturbüros in Basel, wo ich auch mein Deutsch verbesserte. Zur Zeit arbeite ich als Architektin in einem kleinen Büro in Mailand, in dem man viele Projektwettbewerbe für die Schweiz macht.
Im August 2009 entschloss ich mich für ein zweites CI am rechten Ohr. Ich wurde in Zürich nochmals operiert. Die Operation verlief ausserordentlich gut, obwohl meine Cochlea sehr verknöchert war. Das zweite CI bedeutet für mich eine deutliche akustische Verbesserung im Vergleich zur einseitigen Implantation und ich bin sehr zufrieden.
Meine Freizeit verbringe ich mit allem, was mir neben der Architektur sonst noch Freude macht : Lesen, Schreiben, Fotografie, Film und DVD schauen und gutes Essen. Ich liebe auch das Reisen, vor allem in europäische Städte.
Mit meiner lautsprachlichen Kommunikation habe ich viele Erfahrungen gesammelt, da ich die Gebärdensprache nicht gelernt habe; ich bin mit Hörenden aufgewachsen und ich lebe mit ihnen.
Mir ist der Informationsaustausch zwischen der Deutschschweiz und dem kleinen Tessin sehr wichtig. Manchmal bin ich aktiv bei ATIDU (Associazione Ticinese dei Deboli d’Udito) und schreibe oft Übersetzungen von Zeitungsartikeln und Prospekte über das CI von Deutsch ins Italienische. |